Dutzende Lämmer gerissen
Goldschakal auf Sylt im Blutrausch – jetzt darf geschossen werden
05.06.2025, 14:54 Uhr
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Vermutlich über den berühmten Hindenburgdamm ist ein Goldschakal auf die Nordseeinsel Sylt gelangt. Doch dort hat er sich mit dem Reißen von 80 Lämmern wenig Freunde gemacht. Nun ist das streng geschützte Tier für Jagdberechtigte zum Abschuss freigegeben.
Auf Sylt kann die Jagd auf einen für die Tötung von fast 80 Lämmern verantwortlichen wilden Goldschakal beginnen. Das schleswig-holsteinische Landesamt für Umwelt erteilte eine Ausnahmegenehmigung zur sogenannten Entnahme des üblicherweise streng geschützten Raubtiers, wie das Umweltministerium in Kiel mitteilte. Diese trat um 0 Uhr in der Nacht in Kraft. Jagdberechtigte auf der Nordseeinsel dürfen den Schakal bei Sichtung seither erschießen.
Das Tier riss nach Angaben des Landesumweltministeriums auf Sylt vor etwa zwei Wochen innerhalb weniger Tage 76 Lämmer . Zum Schutz der unter anderem für den Küstenschutz wichtigen Deichschäferei auf der Insel kündigte dieses daher vor wenigen Tagen den Erlass einer Ausnahmegenehmigung für einen Abschuss an. Die dauerhafte Anwesenheit des Schakals sei nicht tragbar.
Goldschakale sind streng geschützt und dürfen normalerweise nicht gejagt werden. Ausnahmen sind dem Ministerium zufolge nur in Sonderfällen unter strengen Voraussetzungen möglich – etwa wenn gravierende Schäden für die Landwirtschaft auf andere mildere Weise nicht abgewendet werden können.
Tötung durch Genproben bewiesen
Goldschakale sind größer als Füchse , aber deutlich kleiner als Wölfe. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südostasien bis nach Südosteuropa ; seit einigen Jahrzehnten breiten sie sich allerdings auch in Mitteleuropa aus. In Deutschland wurde erstmals 2017 ein Tier nachgewiesen.
Die nachtaktiven Goldschakale leben ähnlich wie Füchse meistens in kleinen Familienverbänden. Sie gelten als anpassungsfähige Allesfresser , die sich unter anderem von kleineren bis mittelgroßen Säugetieren, Vögeln, Insekten, Aas und Beeren ernähren. Dass ein Goldschakal für den Riss der Lämmer auf Sylt verantwortlich war, wurde laut Behörden durch Genproben bestätigt.
Ein Vorfall mit weitreichenden Folgen
Die aktuelle Situation hat bereits zu kritischen Stimmen aus der Bevölkerung geführt. Einige Naturschützer sind der Meinung, dass der Goldschakal nicht nur für die Lämmercarnage verantwortlich gemacht werden kann. Sie argumentieren, dass die habitatzerstörenden Praktiken in der Landwirtschaft dazu führen, dass Tiere in der Nähe menschlicher Siedlungen agieren müssen, um Nahrung zu finden.
Die Debatte um den Goldschakal auf Sylt zeigt auch das Spannungsfeld zwischen Naturschutz und landwirtschaftlichen Interessen. Die Rufe nach einer strikteren Regulierung und den Erhalt der Tierwelt stehen im Kontrast zu den Sorgen der Landwirte, die um ihre Existenz fürchten. Die Aufrechterhaltung der Schäferei, eine Tradition auf der Insel, ist von zentraler Bedeutung, sowohl wirtschaftlich als auch kulturell.
Gesellschaftliche Reaktionen und Maßnahmen
In den sozialen Medien gibt es hitzige Debatten darüber, ob die Abschussgenehmigung gerechtfertigt ist. Die einen unterstützen die Maßnahmen, um weitere Verluste zu vermeiden, während andere die Tötung eines geschützten Tieres verurteilen. Diese Diskussion wirft auch Fragen zur Öffentlichkeitsarbeit der Behörden auf: Wie kann man solche Entscheidungen dem Bürger verständlich machen und gleichzeitig die Interessen aller Betroffenen berücksichtigen?
Der Vorfall auf Sylt hat nicht nur regionale Bedeutung, sondern könnte auch Vorbildcharakter für ähnliche Situationen in anderen Teilen Deutschlands und Europas haben. Für die Zukunft muss ein Weg gefunden werden, der sowohl den Bedürfnissen der Landwirte als auch dem Schutz der Wildtiere Rechnung trägt, um derartige Konflikte zu vermeiden.
Es bleibt abzuwarten, wie die Jagdzahlen und die Diskussionen rund um den Goldschakal auf Sylt in den kommenden Monaten verlaufen werden. Die Behörden müssen weiterhin transparent agieren und den Dialog mit der Bevölkerung suchen, um Vertrauen aufzubauen und eine nachhaltige Lösung zu finden.

