Die bittere Saison-Bilanz von Alba Berlin!
Der elfmalige Deutsche Basketball-Meister brachte sogar einen der erfahrensten Basketball-Kommentatoren des Landes zur Verzweiflung.
Michael Körner (58), der Alba live bei Dyn und Magenta kommentiert, sagt: „Das Spiel gegen Bologna hat mich nachhaltig geprägt, da muss ich wahrscheinlich noch mal mit meinem Therapeuten reden. Da habe ich zwischendurch zum Abschalten aufgerufen. Die Saison mit den vielen Verletzten und dem Trainerwechsel hat an den Spielern genagt.“
Im Kellerduell der Euroleague kassierte Alba eine desaströse 64:108-Klatsche gegen Bologna und das in eigener Halle. Die Italiener hatten zuvor neun Spiele am Stück verloren.

Michael Körner kommentiert Basketball für Dyn und Magenta, ist regelmäßig als Experte zu Gast in der „Big Show“ bei Sportradio360
Das war Ende März. Trainer Israel Gonzalez (50) war zu diesem Zeitpunkt bereits gefeuert, Pedro Calles hatte übernommen. In der Easycredit-BBL kämpfte sich Alba im Anschluss noch in die Playoff-Plätze. Das war’s dann aber auch.
Dyn-Kommentator Stefan Koch (61): „Der ‚Sweep‘ gegen Ulm hat mich nach Spiel zwei nicht mehr überrascht. Alba ist in dem Spiel zu Hause ohne die Überzeugung aufgetreten, die Serie gewinnen zu können.“
TV-Kommentator Körner über Alba: „Wegen dieses Spiels muss ich wohl zum Therapeuten“
War sein Kollege vom „Sweep“ überrascht?
Körner: „Nein. Alba hat nicht mehr diesen offensiven Punch, der sie lange ausgezeichnet hat. Es ist zwar defensiv zuletzt besser geworden. Aber wenn man ganz ehrlich ist, wer schmeißt denn vorn die Dinger rein? Matt Thomas, und wer noch? Niemand. Das ist eigentlich nicht mehr der offensive Alba-Stil, den wir kennen.“

Hat noch Vertrag, würde wohl auch gerne bleiben, aber darf er auch? Der von vielen Verletzungen geplagte Alba-Kapitän Martin Hermannsson (l.)
Alba hat große Stars verloren, zuletzt im vergangenen Sommer mit Weltmeister Johannes Thiemann (31) und Ex-NBA-Ami Sterling Brown (30) im Prinzip die letzten beiden. Spieler solcher Qualität, wie u.a. auch der bereits im Sommer 2023 abgewanderte Maodo Lo (32), hat Alba schlicht nicht mehr. Anders gesagt: kaum oder gar keine Häuptlinge im Team und zu viele Indianer.
Koch: „Es waren zu viele Spieler auf einem ähnlichen Niveau. Der Kader war extrem breit, mir haben so ein wenig die Spitzen in der Mannschaft gefehlt. Begriff: Unterschiedspieler. Das war nicht wirklich sichtbar in diesem Kader.“
Körner: „Die Zusammenstellung des Kaders war nicht optimal, natürlich kamen die vielen Verletzten dazu. Malte Delow sollte so ein wenig das Gesicht werden. Ich glaube, du brauchst noch einen anderen Häuptling. Martin Hermannsson hat sich ja so ein wenig angeboten. Die Frage ist, ist er der Typ Führungsspieler, hinter dem sich andere einordnen?“
Und jetzt? Wartet ein komplizierter Transfersommer auf Alba-Manager Himar Ojeda (52). Durch den Ausstieg aus Euroleague und den Einstieg in die drittklassige Champions League hat Alba nicht mehr die Strahlkraft für junge Talente. Der Etat wird sehr wahrscheinlich substanziell sinken und national steht die grundsätzliche Rolle als Nummer zwei auf dem Spiel.
Koch ist sicher: „Ulm hat Alba temporär den Rang als Nummer zwei in der Liga hinter Bayern abgelaufen.“

