Im Nachbarland kochen die Handball-Emotionen hoch!

Nach einem bösen Gesichtsschlag im Viertelfinal-Derby um die österreichische Meisterschaft zwischen Bregenz Handball und dem Alpla HC Hard wird sich auch Tage nach dem hitzigen Spiel weiter gezofft. Dazu entwickelt sich eine Debatte über sportliche Fairness.

Kommentator fassungslos: Ist DAS der schlechteste Wurf der Handball-Saison?

Quelle: BILD

Das war passiert: In der 42. Minute (20:20) haut Hards-Abwehrspieler Ivan Horvat (32) dem jungen Bregenzer Spielmacher Markus Mahr (24) seine Hand brutal mitten ins Gesicht. Schon der Anblick der Zeitlupenbilder tut weh. Das Blut spritzt aus der Wunde aufs Parkett. Mahr, der im Sommer zum VfL Potsdam wechselt, erleidet einen offenen, mehrfachen Nasenbein-Bruch, muss blutüberströmt ins Krankenhaus gebracht werden.

Übeltäter und Ex-Bundesligaspieler Hovrat (2016 bis 2018 bei der SG Flensburg-Handewitt) sieht sofort Rot und anschließend auch die blaue Karte. Die Schiedsrichter interpretieren den Schlag sofort als Tätlichkeit, grob unsportlich und als böses Foul. Der Kroate bekommt nun mindestens ein Spiel Sperre.

Hier haut Hovrat dem Spielmacher Markus Mahr (gelbes Trikot, mit rotem Ball in der Hand) brutal ins Gesicht

Hier haut Hovrat dem Spielmacher Markus Mahr (gelbes Trikot, mit rotem Ball in der Hand) brutal ins Gesicht

Foto: bregenz_handball/Instagram

Bitter für Bregenz: Sie verlieren nicht nur Mahr, sondern am Ende auch das Spiel 29:30 und sind damit raus aus der Ösi-Meisterschaft. Nach der Partie geht der verbale Schlagabtausch erst richtig los. Im Internet unterstellen die Bregenz Fans Hovrat böse Absicht.

Teaser-Bild

Foto: BILD

Auch Bregenz-Trainer Marko Tanaskovic (39) sagt dazu im ORF: „Ich habe noch nie so eine unfaire Aktion gesehen wie die von Horvat. Wahrscheinlich ist geplant, dass Hard die Meisterschaft gewinnt – auf diesem Weg wünsche ich halt kein Glück.“

Bregenz fordert Konsequenzen für „Anschlag“ auf Mahr

Aus Sicht der Bregenzer muss der brutale Schlag Konsequenzen haben. Für Geschäftsführer Björn Tyrner ist klar, Horvat muss mehr als ein Spiel gesperrt werden. In einem offiziellen Statement schreibt der Klub: „Wir möchten betonen: Das war nicht die erste gefährliche Aktion dieses Spielers gegen uns. Bereits im ersten Viertelfinalspiel konnte Markus einer Attacke nur knapp ausweichen.“

Nach dem Schlag von Horvat (nr. 37/weiß) geht Markus Mahr (Mitte) schwer getroffen zu Boden

Nach dem Schlag von Horvat (nr. 37/weiß) geht Markus Mahr (Mitte) schwer getroffen zu Boden

Foto: bregenz_handball/Instagram

Vergessen kann Bregenz auch ein vergangenes Derby, in dem ebenfalls Horvat damals Lukas Frühstück (33) „auf ähnliche Art und Weise bewusstlos schlug und ins Krankenhaus schickte“, nicht. „Unsere Meinung ist klar: so etwas darf nie wieder passieren. Der Strafsenat wird sich damit befassen, wir haben volles Vertrauen in die Urteilsfähigkeit des Gremiums.“

Übel aufgestoßen ist in Bregenz auch das anschließende Siegerfoto des Gegners im Internet. Hard (werden auch die roten Teufel genannt) postete einen Teufel, der einen Elefanten (früher war, die Schuhmarke Hauptsponsor bei Bregenz) tötet. Der Klub schreibt auf Instagram: „Ein Siegerposting mit einem jubelnden Spieler, der wenige Minuten zuvor unseren Schlüsselspieler schwer verletzt hat. Ein Teufel als Elefantentöter. Und ein offizielles Statement, das die Ernsthaftigkeit der Situation ignoriert – all das ist für uns völlig unverständlich. Wir fragen uns ernsthaft: Wo bleibt hier das Fingerspitzengefühl?“

Hovrat selbst sagte nach dem Spiel: „Seine Körpertäuschung war enorm schnell und ich habe in dieser Situation leider falsch reagiert.“

Mahr wurde im Landeskrankenhaus Feldkirch operiert und muss nun weiter medizinisch betreut werden.



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