
Nach dem intensiven und spannenden Spitzenspiel in der Daikin Handball-Bundesliga zwischen Vizemeister Füchse Berlin und dem Meister SC Magdeburg (31:31) sorgt jetzt ein nicht gegebenes Tor für Wirbel.
Die Füchse-Chefetage, allen voran Boss Bob Hanning (56), fühlt sich um einen Treffer betrogen und hat nach dem Abpfiff Protest gegen die Spielwertung eingelegt (SPORT BILD berichtete).
Berlin legt Einspruch einWahnsinn! Wembley-Tor im Spitzenspiel
Doch davon bekam Füchse-Trainer Jaron Siewert (30) gar nichts mit. Er war schon auf dem Weg zur Pressekonferenz. Hanning erklärt: „Da ich ja nicht auf der Bank sitze, hat das dann Co-Trainer Max Rinderle für mich getan und den Einspruch auf dem Spielberichtsbogen erst einmal gestellt. Am Montag werden wir das juristisch weiter verfolgen.“ Siewert ist auf SPORT BILD-Nachfrage überrascht von Hannings-Aktion: „Davon weiß ich nichts, habe davon nichts mitbekommen.“
Eine Stunde später schon: Dann erklärt Hanning offiziell: „Grund ist ein nicht gegebenes Tor von Lasse Andersson aus der 39. Minute, der Ball war aus unserer Sicht eindeutig hinter der Linie. Das hätten die Schiedsrichter sehen müssen.“
In den TV-Bildern ist der Ball hinter der Linie
In den Dyn-TV-Bildern ist zu sehen, dass der Sprungwurf von Andersson von der Unterkante der Latte auf dem Boden hinter der Torlinie landet und dann aus dem Kasten springt. Wie das berühmte Fußball-Wembley-Tor. Die Schiedsrichter Simon Reich und Hanspeter Brodbeck (Metzingen) lassen weiterspielen, geben das Tor nicht.
Hanning: „Jetzt gibt es das Thema Tatsachen-Entscheidung. Und es gibt auch die Situation, das müssen wir der Fairness halber sagen, dass sich die Schiedsrichter regulär oder irregulär gar nicht auf Video ansehen dürfen. Aber sie müssen einfach nur besser gucken. Das wäre einfach das, was ich mir in diesem Spiel, das eine oder andere Mal gewünscht hätte.“
Eine Torlinien-Technik gibt es beim Handball als Hilfe für die Schiris noch nicht. Und einmal in Fahrt kritisiert Hanning weiter: „Also das erste Tor von Zehnder. Sieben Schritte nicht zu pfeifen, und das in einer isolierten Handlung, das ist nicht mehr zu schlagen. Ich glaube, das ist der Rekord der letzten 10 Jahre in der Handball-Bundesliga.“
Rumms!
Großen Erfolg versprechen diese Art von Protesten in der HBL-Geschichte allerdings nicht, trotzdem will Hanning den Einspruch durchziehen: „Zur Not zahle ich den selbst. Aber das war einfach zu viel. Wir haben großen Respekt vor der Leistung der beiden Schiris. Aber sie haben uns damit klar aus der Spielfassung gebracht. Fehlentscheidungen in der Schlussphase tun doppelt weh. Ich bin ein guter Verlierer, ich mache auch keinem einen direkten Vorwurf, aber ich sage auch: Das geht so bitte nicht.“

Es geht um diesen vermeintlichen Treffer von Lasse Andersson (Ball pink eingekreist)
Und legt nach: „Das ist nicht das Niveau, wenn die HBL sagt, die beiden sind die Besten außer Tönnies/Schulze die pfeifen können, dann muss ich sagen, haben sie diese Aufgabe heute nicht bewältigt.“
Hanning zu seinen Chancen: „Es gibt Einsprüche, die gehen durch. Wie der durchgehen soll, ist sicherlich sehr schwierig. Es geht einfach darum: Leute, so geht das nicht. Nochmal, ich habe gegen die beiden Schiri gar nichts. Aber das war nicht der Anspruch, den ich in Deutschland an Schiedsrichter habe. Es können ja nicht nur Schulze/Tönnies pfeifen jede Woche. Mit denen hätten wir allerdings dieses Spiel gewonnen, das steht fest.“



