
Dem Handball bleibt der ehemalige Torwart Jens Vortmann (37) jedoch verbunden. Er wird weiterhin auf der Platte stehen, aber jetzt in ganz anderer Funktion.
Ex-Torwart wird Handball-Schiedsrichter
Vergangenen Sommer hatte sich Vortmann „über die Möglichkeiten Gedanken gemacht, dem Sport verbunden zu bleiben“. Er spürte schnell: „Auf einer Geschäftsstelle zu sitzen oder als Trainer oder Torwarttrainer aktiv zu sein, hat mich nicht gereizt – und so kam ich darauf, Schiedsrichter zu werden.“
Folge war die Kontaktaufnahme zu Jutta Ehrmann, der Leiterin des Schiedsrichterwesens im Deutschen Handballbund (DHB). Sie war sofort Feuer und Flamme für seine Idee: „Es ist ein komplett neuer Weg, den wir hier seitens des Schiedsrichterwesens gehen, denn einen ehemaligen Bundesligaspieler mit einem Elite-Schiedsrichter aktiv gemeinsam auf die Platte zu bringen, gab es in dieser Form so noch nicht im Deutschen Handballbund.“
Der genannte Schiedsrichter aus dem Elite-Kader des DHB ist Nils Blümel (42), dessen langjähriger Partner Jens Loppaschewski (52) im Sommer aus Altersgründen in die Pfeifen-Rente geht.
Blümel gibt zu: „Mich hat die Nachricht überrascht, aber ich fand es toll. Es gehört einiges dazu, den Mut zu haben, vom aktiven Spieler in die Schiedsrichter-Tätigkeit zu gehen.“ Blümel nötigt Vortmanns Rollentausch „großen Respekt ab“.
Vortmann und Blümel gaben vergangenen Samstag bei der Partie SC Markranstädt gegen den 1. FC Köln ihr Duo-Debüt in der 3. Liga der Frauen. Vortmann stand in der Bundesliga außer für den HSV Hamburg auch für den SC DHfK Leipzig und GWD Minden im Tor.
Vortmann weiß, dass er noch an einigen Dingen feilen muss: „Stellungsspiel, die Körpersprache und das Verkaufen von Entscheidungen. Da muss ich an Erfahrung gewinnen, aber ich bin guter Dinge, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden.“


