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Sindicatos Ruhnert explica el cambio: “Acepté Wagenknecht por SMS”

teknomers 29 de Kasım de 2024 (Last updated: 29 de Kasım de 2024) 7 minutes read
Sindicatos Ruhnert explica el cambio: "Acepté Wagenknecht por SMS"


2017 heuerte Oliver Ruhnert (53) beim 1. FC Union Berlin an. Erst als Chefscout. Dann wurde er ein Jahr später zum Manager befördert. Eine seiner ersten Amsthandlungen: Die Verpflichtung von Trainer Urs Fischer (58). Es wurde eine Erfolgsgeschichte über Jahre. 2019 gelang den Köpenickern der Aufstieg in die Bundesliga, die Saison darauf schafften die Eisernen den Klassenerhalt. Es folgte der Einzug in die Conference League (2021), in die Europa League (2022) und als Höhepunkt in die Champions League (2023). Vergangene Serie schaffte Union am letzten Spieltag den Klassenerhalt, Ruhnert zog sich freiwillig als Manager zurück, arbeitete wieder als Chefscout und bereitet seitdem seinen Wechsel in die Bundespolitik vor.

SPORT BILD: Herr Ruhnert, Sie kandidieren für das BSW bei den voraussichtlichen Bundestag-Neuwahlen am 23. Februar und verlassen dafür Union Berlin. Wie hat Sahra Wagenknecht Sie überzeugt?

Oliver Ruhnert (53):[–> Seit drei, vier Jahren bin ich mit ihr immer mal wieder im Austausch gewesen, dabei haben wir uns schätzen gelernt. Ich finde ihr Projekt interessant und spannend. Als Sahra Wagenknecht mich vor einiger Zeit fragte, ob ich mir vorstellen könnte, für den Bundestag zu kandidieren, begann ich darüber nachzudenken. Trotz der Tatsache, dass Fußball meine große Liebe ist, ich bisher ein Stück weit nach dem Motto lebte: Ein Tag ohne Fußball ist ein verschenkter Tag.

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Quelle: AP27 de noviembre de 2024

Was sind die Gründe?

Die Gründe sind vielfältig. Ich bin seit über einem Jahrzehnt in der Kommunalpolitik tätig, habe im Fußball viel erlebt und erreicht. Es geht mir noch einmal um eine neue Herausforderung.

Sie saßen für die Linke im Stadtrat von Iserlohn, NRW, bevor Sie 2024 zum BSW wechselten.

Ich habe gemerkt, dass ich auf Kommunalebene nicht mehr viel verändern kann. Mir war klar: Wenn ich meinen Plan umsetzen will, in die Bundespolitik zu gehen, dann muss das in 2025 sein. In dem Jahr finden die Bundestags-­Wahlen statt, die nächsten erst 2029 – und ich werde auch nicht jünger. Außerdem stehen wir alle vor enormen Herausforderungen, was die politische Situation in Deutschland und die aktuelle Weltlage betrifft. Ich sagte mir: Wenn du etwas verbessern willst, dann musst du es jetzt machen!

Wann fiel die Entscheidung?

In der vergangenen Länderspielpause Mitte November. Es war eine Bauchentscheidung – wie viele, die ich in meinem Leben getroffen habe und mit denen ich gut gefahren bin. Ich habe Sahra Wagenknecht per SMS informiert und zugesagt, nachdem ich mich zuvor mit unserem Präsidenten Dirk Zingler sehr vertrauensvoll ausgetauscht hatte. Sie hat sich sehr gefreut.

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Wie reagierte Dirk Zingler?

In erster Linie denkt er selbstverständlich immer an den 1. FC Union Berlin. Aber er schaut auch über den Tellerrand hi­naus, und die Tatsache, dass ich mich seit einiger Zeit mit einem Wechsel in die Bundespolitik auseinandergesetzt hatte, war bekannt. So traf es den Klub nicht von jetzt auf gleich, sondern gut vorbereitet. Es war mir wichtig, Union gut zu übergeben, nachdem ich im vergangenen Sommer bereits vom Manager zurück auf den Posten des Scouting-Chefs gegangen war.

Wie lief das Gespräch mit Zingler?

Intensiv und ehrlich. Mit dem Ergebnis, dass mein Vertrag bei Union ab dem 31. Dezember ruht, damit ich mich voll auf den Wahlkampf konzentrieren kann.

Gelingt der Einzug in den Bundestag, wäre das der endgültige Abschied von der großen Fußball-Bühne?

Diese Frage kann ich nicht seriös beantworten. Was in der Zukunft passiert, weiß ich nicht. Klar ist: Wenn ich im Bundestag sitze, dann gilt dieser Aufgabe meine volle Konzentration. Aber der Fußball wird mich nie ganz loslassen.

Wie waren die Reaktionen aus der Fußball-Branche?

Es haben sich einige Kollegen gemeldet, natürlich war der eine oder andere dabei, der politisch eine andere Sichtweise hat als ich. Trotzdem haben mir alle viel Glück gewünscht. Dieter Schatzschneider (Ex-Bundesliga-­Star bei Hannover, Schalke, HSV; d. Red.) schrieb mir, dass ich mich in der Politik bloß nicht verändern solle. Da muss keiner Angst haben: Das werde ich nicht. Schalkes U19-Trainer-Ikone Norbert Elgert sagte mir mal: ,Everybody’s Darling ist Everybody’s Depp‘. Am Ende ist da viel Wahrheit dran.

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Das heißt?

Ich komme von außen und aus einfachen Verhältnissen, habe dadurch andere Einblicke – auch wenn es mir heute wirtschaftlich sicherlich sehr gut geht. Ich werde weiter ein Mensch sein, der mit einer einfachen und klaren Sprache die Probleme in unserem Land anspricht. Ich habe manchmal den Eindruck, wenn ich die diversen Talkshows sehe, dass viele Berufspolitiker die Angelegenheiten der Menschen gar nicht mehr kennen, weil sie fernab der Basis sind.

Zählt dazu das Thema Sport?

Natürlich. Deutschland ist eines der Länder, das den Sport aus meiner Sicht rudimentär behandelt. Wir haben noch nicht einmal ein eigenes Sport-Ministerium, das Ressort ist im Bereich Inneres angesiedelt. Das zeigt schon, welche Wertschätzung der Sport in Deutschland hat. Dabei ist der Breiten- und Spitzensport für unsere Gesellschaft so wichtig. Beim Auffangen von sozialen Problemen etwa, auch bei der Integration. Oder wenn man die Olympischen Spiele nimmt. Wir sind doch stolz, wenn deutsche Sportler Gold, Silber und Bronze gewinnen. Allein in dem Bereich müsste so viel verändert werden, nicht nur was das Angebot von mehr Schulsport betrifft.

Wie stehen Sie zum Ukraine-Krieg? Wagenknecht fordert ein Ende der Waffenlieferungen an das von Russland angegriffene Land …

Die Lage in der Ukraine ist schlimm, und mir tun die Menschen leid. Aus meiner Sicht ergeben Waffenlieferungen keinen Sinn, sie bringen noch mehr Tod, Verwüstung – und es kostet sehr viel Geld, das an anderer Stelle fehlt. Der Krieg in der Ukraine kann nur durch Diplomatie beendet werden. Natürlich ist mir klar, wie schwierig das ist.

Bei Union waren Sie sehr erfolgreich. Gab es keine Angebote größerer Klubs?

Es gab immer wieder auch Möglichkeiten im In- und Ausland. Aber ich fühle mich bei Union unglaublich wohl, diese Bindung zu den Mitarbeitern und Menschen weiß ich sehr zu schätzen. Darum bin ich nicht im Fußball gewechselt. Und deshalb fällt es mir so schwer, meine Aufgabe hier niederzulegen.

Wie groß war der Reiz, Ihren Herzens-Klub Schalke wieder nach oben zu führen? Der frühere Klub-Chef Clemens Tönnies hätte Sie gerne als Sport-Boss bei S04 gesehen.

Schalke 04 hat immer einen Reiz. Aber dafür hätte es andere Konstellationen benötigt, als es zurzeit der Fall ist.

Werden Sie als Amateur-Schiedsrichter aufhören?

Wenn es die Gesundheit zulässt, nein!

Wie bewerten Sie Ihre Zeit bei Union?

Wenn mir einer bei meinem Start 2017 gesagt hätte: Wir sitzen 2024 hier und sprechen über Teilnahmen an der Conference, Europa und Champions League und dass Union seine sechste Bundesliga-Saison in Folge spielt, dem hätte ich gesagt: Du erzählst ein schönes Märchen!

Ihre beste Entscheidung?

Nicht meine persönliche, sondern eine gemeinsame: die Verpflichtung von Trainer Urs Fischer 2018. Die Frage, wie wir uns auf dieser Position neu aufstellen, hat uns damals durchaus schlaflose Nächte bereitet. Es war eine großartige Zusammenarbeit.

Welche Entscheidung bereuen Sie am meisten?

Das ist schwierig. Mit dem Wissen von heute hätte ich im Vorfeld der Champions-League-Saison andere Entscheidungen getroffen. Aber es geht nicht alles auf. Sonst wären wir Zauberer.

Welche Zukunft hat Union?

Es gibt viele fähige Leute im Verein. Doch die Lokomotive ist Dirk Zingler, ich weiß gar nicht, woher er diese Energie nimmt. Solange er da ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass Union stagniert. Im Gegenteil, es wird weitergehen, nicht nur wegen des Stadionausbaus. Union bereichert die Bundesliga und ist in der Lage, noch lange die Liga zu bereichern.

+++

Die Berliner haben sich unter dem neuen Trainer Bo Svensson (45) und Manager Horst Heldt (54) gefestigt. In der Tabelle stehen die Eisernen mit 16 Punkten auf Tabellen-Platz zehn. An diesem Samstag gastiert der amtierende Deutsche Meister An der Alten Försterei. Union setzt auf seine Hemstärke und hofft auf den vierten Saisonsieg.



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