
Im Kommentar wird die Regel in Feinheiten (Fallen mit dem Ball, Rutschen) nachjustiert, aber grundsätzlich bleibt es bei den erlaubten drei Schritten. Und da landen wir beim Problem des modernen Handballs, so wie er nicht nur in der Daikin Handball-Bundesliga gespielt wird.
Lage der Handball-Liga: Dritter Schiri her – nur zum Schritte zählen
Eines ist schon mal Fakt: Das Handball-Spiel hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht zuletzt dank diverser Regeländerungen zu einem Hochgeschwindigkeits-Sport entwickelt. Da muss das Auge des Zuschauers mithalten können – das der Schiedsrichter aber erst recht.
Schon landen wir beim großen Problem. Denn das Spiel und seine Akteure sind inzwischen so schnell, dass die Duos an den Pfeifen mit dem Zählen allzu oft gar nicht mehr hinterherkommen. Viel wird nach Gefühl geregelt, in der Hoffnung, es wird schon irgendwie stimmen.
Potenzielle Schrittfehler-Kandidaten gibt es in beinahe jeder Bundesliga-Mannschaft, prominente Beispiele sind Berlins Mathias Gidsel, die Magdeburger Felix Claar und Gisli Kristjansson, Melsungens Erik Balenciaga oder Hannover-Burgdorfs Renars Uscins.
Wie vor Gericht enden Spiel-Szenen aber auch mit einem Vergleich. Zum Beispiel, wenn Angreifer sich hart gefoult fühlen, Siebenmeter fordern und ihn nicht bekommen, weil die Schiedsrichter nur auf Freiwurf entscheiden, weil es sonst ja Schritte gewesen wären.
Abhilfe schaffen könnte nach der Implementierung des Video-Beweises die Einführung eines dritten Schiedsrichters, der sich ausschließlich um die Identifizierung von Schrittfehlern kümmert. Also Schrittrichter Ja oder Nein?
„Das ist sicherlich ein hochkomplexes Thema, ich sehe es skeptisch“, sagt Jens Bürkle (44), noch bis Saisonende Co-Trainer des TVB Stuttgart und seit Jahren als ausgewiesener Fachmann im Geschäft. „Dann gilt es auch zu bedenken, ob man ihn nur im Profi-Bereich einführt oder auch bei den Amateuren. Im unteren Bereich wird das nämlich schwierig, dort herrscht jetzt schon massiver Schiedsrichter-Mangel.“



