
Vor 1875 Fans in der MBS-Arena zeigt der Aufsteiger und Tabellenletzte ein engagiertes Spiel, doch Lemgo Lippe ist am Ende einfach abgezockter.
TV-Experte Hens ratlos: Wissen SIE, warum hier abgepfiffen wird?
Obwohl die Daikin Handball-Bundesliga schon mitten in der Rückrunde ist, ist das Duell der beiden Teams trotzdem erst das richtige erste Aufeinandertreffen. Denn im Hinspiel am 15. Dezember gab es nach 8 Minuten in Lemgo (3:6) einen medizinischen Notfall auf der Zuschauer-Tribüne. Das Spiel wurde abgebrochen und wird erst nach dem heutigen Rückspiel am 10. April nachgeholt.
Vor der Partie hat es in Potsdam richtig gescheppert, nach der peinlichen Klatsche gegen die Füchse (19:36) hatten sich Trainer Emir Kurtagic (44), Sportboss Bob Hanning (57) und die Mannschaft einiges zu sagen. 12 Tage lang konnte sich der jüngste Kader der Liga (23,5 Jahre) auf den TBV Lemgo Lippe, spielte zuletzt stark 25:25 gegen die Füchse, vorbereiten.
Nur ein Tor fehlt Potsdam zum Glück
Und zunächst läuft alles rund. Potsdam geht kämpferisch zur Sache und gleich zweimal mit vier Toren in Führung (7:3/12. und 8:4/14.). Die Auszeit von Lemgo-Trainer Florian Kehrmann (47) nach 15 Minuten logisch und nötig. Die Ansprache sitzt, danach hat Lemgo einen 4:0-Lauf und geht in der 19. Minute zum ersten Mal in Führung (9:8).
Zwei Szenen entscheiden am Ende das Spiel. Zweimal Videobeweis. Lemgos Tim Suton (28) hat nach Foul am besten Potsdamer Nicolas Paulnsteiner (20) Glück, bekommt nach Ansicht der TV-Bilder nur eine 2-Minuten-Strafe. Potsdams Abwehrchef Emil Hansson (27) sieht dagegen glatt Rot, nach Schlag auf den Arm gegen Lemgos Spielmacher Lukas Hutecek (24).
Die scheinbare Ungerechtigkeit beider Szenen zündet die Potsdamer erst richtig an. Angetrieben von den beiden WM-Startern Nicolas Paulnsteiner (7 Tore) und Vize-Weltmeister Josip Simic (6 Tore) erkämpfen die Brandenburger ein 21:21 (56.). Doch Lemgo hat Tim Suton noch im Spiel und der führt seine Lemgoer abgezockt zum Sieg 22:21.
Trainer Kehrmann bringt es auf den Punkt, schreit seine Männer in der Schlusssekunde an: „Das ist ein Scheiß-Spiel von uns, aber wir belohnen uns mit den Punkten.“

