
Die von der Politik angekündigte Einrichtung einer zentralen Stadionverbots-Kommission ist das wichtigste Ergebnis des Sicherheitsgipfels von Innenministern, DFL und DFB in München – und sorgt gleich für Ärger.
Durch die unabhängige Kommission, deren Zusammensetzung offen ist, sollen einheitliche Richtlinien für bundesweite Stadionverbote ausgearbeitet und umgesetzt werden. Die Entscheidung über die Individualstrafe wird damit aus den Händen der Vereine genommen, die sich aus Angst vor den eigenen Ultras oft scheuen, hart durchzugreifen.
Angesiedelt werden soll die Kommission, die von der Bundesliga bis zur Regionalliga für Stadionverbote zuständig wäre, laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (68/CSU) bei der DFL. Doch deren Verantwortliche lehnen das nach SPORT BILD-Info strikt ab!
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Begründung: Die DFL wolle sich nicht die Probleme der Klubs mit deren Ultras ins Haus holen. Zumal sie nur für die Bundesliga und 2. Liga zuständig sei. Gerade in der 3. Liga, für die der DFB verantwortlich ist, würde es immer wieder zu Ausschreitungen bei Problemklubs wie Dresden, Rostock oder Aachen kommen. Gleiches gelte für Vereine aus den Regionalligen.
In einem DFL-Schreiben an die 36 Profiklubs bremsen Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke (65) und Geschäftsführer Marc Lenz (38): „Die politisch geforderte Einrichtung einer zentralen, unabhängigen Stadionverbots-Kommission wird geprüft.“ Zuständig seien dafür die DFL-Gremien und -Fachkommissionen.
Nach Vorstellung von Politik und Fußball sollen auch eine bundesweite Ausweitung der Stadien-Staatsanwaltschaften und ein besserer Datenaustausch (Videomaterial) zwischen Ermittlungsbehörden und Klubs die Sanktionierung von Einzeltätern erleichtern und Kollektivstrafen wie Geisterspiele und Teilausschlüsse verhindern. Trotzdem laufen Fan-Bündnisse Sturm, weil sie nicht direkt am Sicherheitsgipfel beteiligt waren.
