
Dem Schock folgte für Domagoj Duvnjak ein großer Triumph beim Abschied von der Nationalmannschaft. Der Kapitän des THW Kiel holte mit Kroatien sein zweites WM-Silber und machte im Finale gegen Dänemark (26:32) noch sein 790. Tor im 270. Länderspiel.
Im Dyn-Format Auszeit sprach er mit Moderatorin Anett Sattler (41) nun über seine schlimmsten und schönsten Momente bei der WM.
Handball: Schock-Beichte von Kiel-Kapitän Duvnjak
„Es war ein komisches Gefühl, weil ich wusste, das es mein letztes Turnier für Kroatien ist“, gibt der fünffache deutsche Meister zu. „Und bei dieser WM ist alles passiert – von der Euphorie bis hin zum Schock gleich im zweiten Spiel.“ Gegen Argentinien hatte er sich böse an der Wade verletzt. Seine Mannschaft bat ihn, dennoch zu bleiben. Er sollte bei seinem finalen Turnier der Nationalmannschaft auch mental helfen.
Duvnjak: „Es war die gleiche Verletzung wie 2018, wo wir auch zu Hause gespielt haben. Ich habe in dem Moment gedacht, dass sich es nicht mehr schaffe, zu spielen. Aber ich habe es wieder geschafft, auch wenn ich nicht lange gespielt habe. Ein großer, großer Dank an Dagur, dass er einen verletzten Spieler auf der Bank gelassen hat.“ Nationaltrainer Dagur Sigurdsson (51) wollte der kroatischen Ikone einen gebührenden Abschied geben.
Er verrät: „Er kam vor dem Spiel gegen Island (2. Hauptrundenspiel, d. Red.) zu mir und sagte, dass ich auf der Bank sitzen werde. Ich sagte zu ihm, das ich glaube, das es nicht korrekt ist, weil drei, vier gesunde Spieler auf der Tribüne sitzen. Er hat nur gesagt, dass es seine Entscheidung ist. Ich war dann sehr aktiv auf der Bank und hoffe, dass ich mit meiner Erfahrung den jüngeren Spielern geholfen habe.“ Offenbar!
Fast von der Kamera verpasst: Monster-Block landet DIREKT im Tor!
Unfassbar, was Duvnjak gerade in seiner Heimat erlebte: „Eine Rieseneuphorie. Ich glaube, unser größter Erfolg ist, dass die Kinder wieder auf der Straße Handball spielen. 100.000 Leute waren da bei unserem Empfang. Ich habe viel erlebt in meinem Leben, aber so was noch nie. Normalerweise brauchst du vom Flughafen bis zur Hauptstraße in Zagreb eine dreiviertel Stunde. Wir haben ungefähr zehn Stunden gebraucht.“
Auf die Frage, ob er (verlängerte in Kiel um ein Jahr) künftig vielleicht auch mal als Trainer arbeiten würde, antwortet er klar: „Nein! Das ist die schwerste Aufgabe, die es gibt. Du hast 16 verschiedene Charaktere, das ist zu stressig für mich.“
Und wann wird er wieder voll einsatzfähig für den THW Kiel sein? Duvnjak: „Ich hoffe mal, in zwei Wochen. Ich werde alles geben, um schnell aufs Spielfeld zu kommen. Ich habe das Gefühl, hier wächst etwas Großes.“


