
Bei Alba Berlin gehen die Lichter aus. Oder auch gar nicht erst an.
Die Partie gegen die MHP Riesen Ludwigsburg (60:74) in der Easycredit Basketball Bundesliga beginnt mit 24 (!) Minuten Verspätung. Grund: Der Lichtserver in der Uber Arena ist abgerauscht. Und offenbar ist es gar nicht so einfach, das Ding wieder zum Laufen zu bringen.
Eigentlich soll der Sprungwurf um 15 Uhr erfolgen. Aber da ist es noch ziemlich dunkel in der Halle.
Dyn-Kommentator Patrick Fritzsche um 15.04 Uhr: „Wir warten weiter auf den Beginn der Partie und auch auf Licht. Wir brauchen wohl noch ein bisschen. Irgendjemand ist auf den Energieschalter der Hauptbeleuchtung gefallen.“
Wenig später betreten die Spieler das Feld. Aber hell ist es weiterhin nicht.
Fritzsche: „Jetzt haben wir hier rotes Licht, das ist auch sexy. Aber immer noch nicht im legalen Bereich.“
Wenig später machen die Fans in der Halle die Taschenlampen ihrer Handys an. Der Dyn-Mann: „Das ist eine coole Nummer hier. Sieht man nicht so oft, dass man nichts sieht.“
Um 15.11 Uhr berichtet Fritzsche: „Die Schiedsrichter sind bei unserem Aufnahmeleiter. Der Lichtserver ist abgeschmiert hier in der Uber Arena und es wird gerade verzweifelt versucht, das Ding neu zu starten.“
BBL-Spiel in Berlin verzögert: 24 Minuten! Alba-Fans sitzen im Dunkeln
Gleichzeitig bittet der Hallensprecher um Geduld.
Die beweisen die Zuschauer. Angeführt vom Vorsänger im Alba-Block beginnen sie, Weihnachtslieder zu singen. Erst „Oh Tannenbaum“, dann „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ und schließlich „In der Weihnachtsbäckerei“.
Der Hallen-DJ reagiert, spielt Weihnachts-Musik über die Lautsprecher.
Bis 15.22 Uhr. Da ruft Fritzsche aus: „Wir haben Licht!“. Die Halle jubelt. Zwei Minuten später beginnt das Spiel.
Das sieht Ludwigsburg-Trainer John Patrick von Zuhause aus. Er ist krank. Für ihn steht sein Assistent Lars Masell an der Linie. Der hatte erst am Samstagvormittag erfahren, dass er ran muss.
In Berlin sieht er im ersten Viertel eine gute Leistung seiner Truppe – die Riesen führen nach zehn Minuten mit 17:13.
Im zweiten Abschnitt bauen die Gäste die Führung auf 29:16 aus. Alba-Coach Israel Gonzalez schimpft in einer Auszeit: „Wir zweifeln an uns, machen die einfachen Dinge nicht. In der Offensive wirkt es so, als hätten einige von uns an. Wovor? Jeder muss seinen Job machen!“.
Bringt nichts. Ludwigsburg rennt weiter davon – 40:17 (!) steht es zur Pause.
Ludwigsburgs Joel Scott in der Pause am Dyn-Mikro: „Im Basketball muss man das Unerwartbare erwarten. Das ist Teil des Spiels.“
Das gilt sowohl für die Beleuchtung in der Halle als auch für den Pausenstand. Albas Zahlen des Grauens in den ersten 20 Minuten: 1/13 Dreier, 3/13 aus dem Zweier-Bereich, dazu 12 Ballverluste (Ludwigsburg: 5).
Berlins Co-Trainer Sebastian Trzcionka bei Dyn: „Wir haben in der Halbzeit wenig gesagt. Die Jungs haben selbst etwas gesagt, an den Charakter appelliert.“
Es wird dann auch ein bisschen besser. Im dritten Viertel macht Alba 23 Punkte. Und trifft durch Matt Thomas auch den zweiten Dreier im Spiel (im 16. Versuch).
Vor dem Schluss-Abschnitt liegt Ludwigsburg trotzdem weiter komfortabel vorn – 54:40.
Im vierten Viertel schafft es Alba nicht, den Rückstand auf unter zehn Punkte zu drücken. Ein gebrauchter Tag für die Berliner, die mit nur drei Siegen in acht Spielen weiter im Tabellenkeller festhängen.
Beste Werfer: Matteo Spagnolo (14 Punkte) für Alba, Scott und Ezra Manjon (je 14) für Ludwigsburg.


