
Kein Sieger im Keller-Knaller!
Der HC Erlangen und Aufsteiger SG BBM Bietigheim trennen sich in einem Nerven-Krimi in der Daikin Handball-Bundesliga mit 25:25.
Er dreht sich wie ein TornadoHandball-Profi mit absolutem Wahnsinns-Tor
Damit bleibt der HCE Drittletzter, spürt aber nun den Atem vom TVB Stuttgart, der im Parallelspiel Göppingen schlägt und auf einen Punkt ranrückt.
Das Heimteam von Trainer Martin Schwalb (61) kommt überhaupt nicht gut rein. In der ersten Halbzeit führen ausnahmslos die Gäste.
Nach 16 Minuten, bei 5:8-Rückstand, nimmt Schwalb die erste Auszeit, fordert: „Mehr Dampf zum Tor und schneller zurück!“
Seine Jungs nehmen ihn beim Wort und schaffen nach 26 Minuten den Ausgleich – 11:11. Mehr aber nicht. Mit 13:14 geht’s in die Kabine, der HCE liegt bis dato nicht ein einziges Mal in Führung.

Jubelpose: Dario Quenstedt feiert eine seiner zahlreichen Paraden gegen Bietigheim
Das gelingt erstmals nach knapp 35 Minuten. Dank Metzners fünftem Tor geht der HCE mit 16:15 in Front. Und zieht plötzlich auf 18:15 davon.
Bietigheim nimmt die Auszeit – und fängt sich wieder, gleicht nach 3:0-Lauf wieder aus. Was für ein Hin und Her! Dyn-Kommentator Lukas Brachat: „Völlig offen, in welche Richtung das Spiel hier kippen wird.“
Torwart-„Rentner“ Quenstedt rettet Schwalb-Remis
Wem gelingt der Lucky Punch? Keinem! Die besseren Chancen haben in der Schlussphase die Gäste. Doch im Erlangen-Gehäuse steht einer, der zur Hochform aufläuft. Dario Quenstedt (35) bringt vor allem Bietigheims Außen das ein ums andere Mal zur Verzweiflung, pariert freie Würfe und rettet damit dem Schwalb-Team den einen Punkt.
Dabei hatte Quenstedt eigentlich schon so gut wie aufgehört, war seit Sommer vereinslos und wurde erst letzte Woche vom HCE verpflichtet.
Der Torwart klärte vor dem Spiel am Dyn-Mikro auf: „So richtig Karriereende war es dann ja doch nicht, es gab nur nicht die entsprechende Alternative. Dann habe ich gesagt, ich konzentriere mich erstmal auf meine Selbstständigkeit. Das habe ich ein paar Monate lange gemacht, habe mich nebenbei fit gehalten und einen richtigen Strich habe ich nie gemacht.“
Der Ex-Nationaltorhüter (15 Länderspiele für die DHB-Auswahl) zu seinem Fitnesszustand: „Vielleicht ist man nicht ganz so schnell, aber für die ein oder andere Parade wird es schon noch reichen.“ Und wie! Am Ende stehen starke acht Paraden und eine Fangquote von 32 Prozent auf seinem Konto.
Er sorgt mit dafür, dass die schwarze Serie von Bietigheim bestehen bleibt. Seit zwölf Jahren gewann der Aufsteiger nicht mehr gegen Erlangen. Den letzten Erfolg gab’s im September 2012, damals noch in Liga 2. In der ersten Liga setzte es nun das fünfte Sieglos-Spiel im fünften Aufeinandertreffen (3 Pleiten, 2 Remis).
Immerhin: Bietigheim bestätigt seine starke Auswärtsform (7 der 8 Punkte holte man in der Fremde) und hält einen direkten Abstiegs-Konkurrenten auf Abstand.
Bietigheim-Keeper Daniel Rebmann mit dem Fazit des Abends: „Es war ein brutales Kampf-Spiel, nicht das hochklassigste Handball-Spiel, aber wir haben zwei überragend kämpfende Mannschaften gesehen. Der Punkt ist wirklich sehr, sehr gut für uns.“



