
Die Frankfurt Skyliners gewinnen mit Trainer Klaus Perwas (54) gegen die MHP Riesen Ludwigsburg mit 77:69.
Perwas, der als Co-Trainer mit der deutschen Mannschaft 2023 Gold bei der WM in Asien geholt hatte, hatte erst letzten Sonntag für den freigestellten Denis Wucherer (51) übernommen.
Die Fans hängen in der Frankfurter Halle ein Plakat auf, mit dem sie Wucherer für seine Zeit bei den Skyliners danken. Er hatte den Verein letzte Saison zum Aufstieg in die BBL geführt.
Für Perwas (seit 2008 im Verein) ist es das vierte Mal, dass er als Interims-Headcoach aushilft. Von seiner erneuten Beförderung hatte er zehn Minuten vor der Abreise ins Trainingslager auf Mallorca erfahren. Dort hatten die Skyliners sechs Tage verbracht, waren erst Freitagabend zurückgekehrt.
Auch der Gegner hatte eine turbulente Woche – gegen Dijon schieden die Riesen im Viertelfinale des Fiba Europe Cups aus. Auch, weil viele Spieler krank oder verletzt fehlten.
Trainer John Patrick vor der Partie in Frankfurt bei Dyn: „Wir hatten keine zehn Spieler im Training, könnten nicht Fünf gegen Fünf üben. Heute spielen wir mit drei oder vier Ausländern. Erlaubt sind sechs, aber die anderen sind krank.“
Zum Spiel: In den ersten Momenten müssen vor allem die Schiedsrichter Schwerstarbeit leisten. Jonas Wohlfahrt-Bottermann foult nach vier Sekunden Lorenz Brenneke. Sechs Sekunden später das nächste Foul des Bronze-Helden der EM 2022 – dieses Mal an Marcus Domask.
Der schnellste Foul-Doppelpack der Saison!
BBL: Frankfurt Skyliners gewinnen unter Klaus Perwas gegen Ludwigsburg
Und der Auftakt in zähe erste zehn Minuten. In den ersten 180 Sekunden werfen die Frankfurter viermal den Ball weg. Die ersten Punkte seiner Mannschaft aus dem Feld sieht Perwas erst nach fast fünf MInuten – 5:8.
Noch vor Ende des Abschnitts holt sich Wohlfahrt-Bottermann sein drittes Foul ab. Am Ende des Viertels steht’s 13:15. Frankfurt hat vier von 19 Versuchen getroffen (21%), Ludwigsburg drei von elf (27%).
Im zweiten Viertel ziehen die Ludwigsburger davon. Perwas nimmt eine Auszeit, ruft: „So kann es nicht weitergehen!“.
Geht es auch nicht! Aus zwölf Punkten Rückstand werden zur Halbzeit sieben (32:39).
Ludwigsburgs Johannes Patrick (Sohn des Trainers) bei Dyn: „Es ist anstrengend, aber wir wussten ja, was auf uns zukommt.“
Im dritten Viertel legen die Skyliners einen Lauf hin, gehen sogar in Führung (51:50). Und das, obwohl Top-Scorer Malik Parsons (17,1 Punkte pro Spiel im Schnitt) noch GAR NICHT getroffen hat.
Erst kurz später versenkt er zwei Freiwürfe.
Gerade erst eröffnet: Mega-Arena plötzlich unter Wasser
Nach 30 Minuten steht’s 53:57.
Im Schluss-Abschnitt meldet sich Parsons endgültig an – versenkt einen Dreier zum 66:63 für Frankfurt. Direkt danach trifft Jordan Theodore per Bogenlampe von ganz weit draußen. Die Skyliners jetzt 69:63 vorn!
Das bringt sogar Dyn-Kommentator Chris Schmidt durcheinander. Beim Stand von 70:63 sagt er: „Die Ludwigsburger brauchen zweimal Ballbesitz, um auszugleichen… Was rede ich da für einen Quatsch? Sie brauchen drei.“
Die Skyliners bringen den Sieg über die Zeit. Und holen den sechsten Sieg. Damit rückt der Klassenerhalt immer näher.
Beste Werfer: Domask (15 Punkte/Frankfurt), Ezra Manjon (15/Ludwigsburg).


