Für Mittwoch erwarten Meteorologen schwere Unwetter in Deutschland. Örtlich sind Stürme, hohe Niederschlagsmengen sowie Hagel und sogar Orkanböen möglich.
Update vom 4. Juni, 22.36 Uhr: Die Unwetter über Deutschland ziehen allmählich ab. Vor allem der Süden Deutschlands wurde von schweren Gewittern, Sturmböen und Hagel getroffen. Keller liefen voll, Äste stürzten herab und Bäume knickten um. In Bad Liebenzell (Kreis Calw) im Schwarzwald ist ein Haus nach einem Blitzschlag in Brand geraten. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann verletzt, teilte die Polizei mit. Der Schaden wird auf rund 150.000 Euro beziffert.
Es gebe „den einen oder anderen nassen Keller und einige umgeknickte Bäume“, erklärte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern in Straubing. Man habe „nicht viel gespürt“, hieß es aus Schwaben. Weitere schwerwiegende Ereignisse blieben bislang aus. Die Live-Wetterkarte zeigt inzwischen nur noch eine amtliche Warnung vor schwerem Gewitter im Osten Bayerns an. Diese gilt voraussichtlich bis 23 Uhr.
Live-Karte zeigt heute aktuelle Wetter-Lage in Deutschland
Erstmeldung: Frankfurt am Main – Die Sommermonate gelten als Jahreszeit verstärkter Unwetter mit großer Gewitter-Wahrscheinlichkeit, und das zurecht, wie Wetterprognosen für Mittwoch zeigen. Im Laufe des Tages könnte es Wetterdiensten zufolge hierzulande richtig ungemütlich werden. Mitunter drohen schwere Sturm- und Orkanböen, extrem heftige Gewitter mit Starkregen und kräftigem Hagel. Welche Regionen im Land heute besonders betroffen sein könnten und welche von den Unwettern verschont bleiben dürften, zeigt die Ippen.Media-Wetterkarte.
Unwetter heute: Live-Karte zeigt aktuelle Lage mit Gewitter, Hagel und Regen
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet am Mittwoch im Verlauf des Nachmittags von West nach Ost mit dem Durchzug teils schwerer Gewitter, die durchaus schadenträchtig für besonders betroffene Gebiete ausfallen könnten. Nicht nur erwarten die DWD-Meteorologinnen und -Meteorologen bedrohlichen Hagel mit Spitzen von rund fünf Zentimeter großen Hagelkörnern im Durchmesser, sondern heute örtlich auch schwere Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde.
Daneben muss heute mitunter mit teils unwetterartigen Niederschlägen gerechnet werden, die der DWD auf Regenmengen zwischen 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter beziffert. Auch kann es den DWD-Expertinnen und Experten zufolge örtlich gar zu extremen Unwettern mit Hagelkörnern von bis zu acht Zentimeter Durchmesser und Orkanböen mit Geschwindigkeiten von über 120 Kilometern pro Stunde kommen. „Das Zusammenspiel aus den genannten Böenspitzen und dem großen Hagel birgt ein hohes Schadensrisiko für Mensch, Infrastruktur und Natur“, betont der DWD deshalb in seiner Unwetterwarnung.
Gewitter und Hagel heute: Für diese Regionen gelten am aktuell Unwetterwarnungen
Schon am Dienstag warnte Dominik Jung von wetter.net vor Gefahren wie Sturmfluten, die durch die potenziell massiven Unwetter am Mittwoch möglich seien. Betroffen sein dürften große Gebiete in Baden-Württemberg und Bayern , aber auch der Süden und Westen Thüringens bis hinauf nach Erfurt, große Teile Sachsen-Anhalt, das südwestliche Niedersachsen und südliche Teile Mecklenburg-Vorpommerns.
Darüber hinaus sind auch von Rheinland-Pfalz und dem Saarland über Hessen hinweg bis nach Nordsachsen, Brandenburg und Berlin Gewitter mit Sturmböen bis 85 km/h, Starkregen bis 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich, auch kleinkörniger Hagel ist dort heute nicht auszuschließen. Welche Gebiete in Deutschland aktuell von der Unwetterwarnung betroffen sind, lässt sich in der Ippen.Media-Unwetter-Karte live einsehen.
Gewitter, Hagel und Co.: Deutscher Wetterdienst hält Empfehlungen für heute bereit
Für schwere Unwetter mit dem Potenzial für Orkanböen, wie sie etwa am Mittwoch befürchtet werden, hat der DWD einige generelle Handlungsempfehlungen für Bürgerinnen und Bürger formuliert. Gefahren drohen bei schweren Stürmen und Orkanen durch Umstände wie:
- umstürzende Bäume, Hochspannungsleitungen, Gerüste und andere Objekte
- abgedeckte Dächer
- umherfliegende Gegenstände
Die Wetterexpertinnen und -experten vom DWD empfehlen deshalb bei Wetter-Szenarien wie den heute angekündigten:
- bei ausreichender Zeit Gegenstände im Freien zu sichern oder abzubauen
- den Aufenthalt im Freien unbedingt zu vermeiden und sichere Räume aufzusuchen
- Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen zu halten
- Fenster und Türen zu schließen
- sich auf erhebliche Beeinträchtigungen auf Verkehrswegen einzustellen
- mit Strom- oder Mobilfunknetz-Ausfällen zu rechnen
- die Gefährdungslage und ausgegebene Warnungen aufmerksam zu verfolgen
- Mitmenschen über die Gefährdungslage aufzuklären
Darüber hinaus geht der DWD davon aus, dass die mitunter teils schweren Gewitter im Verlauf der ersten Nachthälfte zu Donnerstag nach ostwärts hin abziehen dürften. Bürgerinnen und Bürger sollten jedoch beachten, dass diese Vorabinformation im weiteren Tagesverlauf noch weiter angepasst werden kann. (fh)

