Das Finale um den DHB-Pokal wurde zum Gipfel des Privat-Duells. Beim 28:23 (10:9) mit dem umjubelt besseren Ende den THW Kiel.
Wiencek holt sich den Handball-Pott
Kiels Kreisläufer Patrick Wiencek beendet nach dieser Saison seine aktive Karriere, der Ex-Nationalspieler setzte ihr mit dem Pokalsieg eine Krone auf, noch zwei weitere Kronen sind möglich (Meisterschaft, European League).
„Bam Bam“ macht vier Tore und fühlt sein Pokal-Regal auf. Sechs deutsche Meisterschaften, jetzt fünf Pokalsiege, ein Mal Champions League. Der Kieler: „Ich musste 10 Karten organisieren. Meine Familie, Eltern, Bruder. Alle sind da.“
Was beim Lidl Final4 in der Kölner Lanxess-Arena keiner wusste: Die ohnehin schon verletzungsgeplagte MT Melsungen ging mit zusätzlichem Manko in das Wochenende.
Torwart-Trainer Carsten Lichtlein (44, Weltmeister 2007, Europameister 2016) musste als zweiter Keeper für den angeschlagenen Polen Adam Morawski (30/Knie-Entzündung) einspringen. Und Stamm-Torwart Nebojsa Simic (32) spielte mit einem gebrochenen Finger an der rechten Hand.
Der Montenegriner hatte sich vergangene Woche im Training verletzt, er spielte mit einem dicken Tapeverband, Zeige- und Mittelfinger wurden einfach zusammengeklebt.
Trotz Handicap hält Simic auch im Finale hervorragend, sein Gegenüber im Kieler Tor Andy Wolff topt das zeiweise aber noch. Nach 22 Minuten sind erst 15 Tore gefallen, Kiel führt 9:6, Melsungen erlaubt sich ungewohnt viele technische Fehler im Angriff.

Nebojsa Simic und seine verletzte rechte Hand
Zur Pause führt der THW nur noch knapp mit 10:9, Melsungens Isländer Elvar Örn Jonsson am Dyn-Mikro: „Ein Top-Spiel von zwei Top-Mannschaften. Wir müssen aber noch besser in der Abwehr spielen.“
Nach dem Wechsel fokussiert sich dieses Pokal-Finale noch weiter auf das Duell Wolff gegen Simic. Mit immer mehr Vorteilen bei Wolff, weil Melsungen im Angriff erneut zu viele Fehler leistet. Kiel führt nach 44 Minuten 17:14, es winkt der zehnte Pokalsieg seit 2005.
Er wird es auch. Spätestens fünf Minuten vor dem Ende hat Melsungen in die Niederlage eingewilligt. Die Fans in der ausverkauften Halle feiern den THW Kiel, Patrick Wiencek und den außerirdischen Andy Wolff mit seinen 16 Paraden.


