„Ich fühle mich leer, man läuft blind umher und hat nichts mehr in der eigenen Hand.“ Das sagt Torsten Appel, der als Geschäftsführer des ehemaligen Europapokalsiegers TuS N-Lübbecke mittendrin im Abstiegskampf steckt. Appel ist inzwischen komplett am Anschlag.
Handball-Boss im Abstiegskampf: „Man fühlt sich nur noch machtlos“
Mittwochabend musste Appels Mannschaft im Keller-Kracher beim ASV Hamm-Westfalen und dessen Interims-Trainer Jörn-Uwe Lommel antreten. Die Partie endete 32:32, Lübbecke hatte fünf Minuten vor dem Ende drei Tore Vorsprung. Der Punkt ist für beide Teams zum Leben zu viel, aber zum Sterben zu wenig.
Für Lübbecke und Appel geht das Zittern weiter, der TuS ist einer von zehn (!) Klubs, die gegen Abstiegsrang 17 kämpfen. Nur der Tabellenletzte HSG Konstanz steht bereits als Absteiger fest.
Appel über seinen Beruf: „Das ist eigentlich ein toller Job, wenn nur die Spiele nicht wären.“ Damit zielt er auf die Machtlosigkeit der Manager an Spieltagen ab, sie können nur zusehen und hoffen, jedoch nicht eingreifen. „Aber unser Sportchef Rolf Hermann und ich erklären danach immer, was geschehen ist.“
Das Absurde an Lübbeckes misslicher Situation: Die Ostwestfalen sind aktuell nur sechs Punkte vom eigentlichen Saisonziel entfernt. Appel: „Wir wollten unter die Top 6.“ Jetzt hat der TuS nur zwei Punkte Vorsprung auf die Eulen Ludwigshafen, die auf Platz 17 liegen.
„Wir hoffen, dass für uns am Ende alles gut ausgeht“, sagt Appel. Wenn nicht, „ist an Urlaub nicht zu denken.“ Im Falle des Abstiegs stünde der TuS N-Lübbecke ohne Mannschaft da, laut Appel müssten dann „komplett neue Strukturen aufgebaut werden“.


