
Nun steht Klub-Urgestein Patrick (Vertrag bis 2026) beim Tabellen-Zehnten selbst vor dem Aus! Das berichten die „Ludwigsburger Kreiszeitung“ und die „Stuttgarter Zeitung“ übereinstimmend. Anfang der Woche tagt der Vereinsbeirat und entscheidet, wie es weitergeht.
Zwischen 2013 und 2022 hatte Patrick die Riesen von einem Abstiegskandidaten zum Champions-League-Dritten gemacht. 2021 war er sogar ein heißer Kandidat als Bundestrainer! Die Unterschrift scheiterte damals nur daran, dass der DBB keine Doppel-Funktion als Vereinstrainer gestattete.
So wurde schließlich Gordon Herbert verpflichtet, wurde 2023 Weltmeister und jetzt Bayern-Trainer. Jetzt könnte Patrick in Ludwigsburg nach Oldenburg, Bonn, Göttingen, Frankfurt und Alba Berlin die sechste Trainer-Entlassung der aktuellen Saison werden.
Seit Monaten rumort es bei den Riesen. Am Wochenende kam es zum Knall! Patrick hatte vor dem wichtigen Heimspiel gegen Oldenburg der „Kreiszeitung“ ein hochbrisantes Interview gegeben. Die Aussagen darin waren offenbar so heiß, dass die Riesen bei der Autorisierung massiv eingriffen. Die Folge: Die Zeitung verzichtete auf den Abdruck und veröffentlichte stattdessen einen Artikel über die Krise.
Darin wurde Patrick zitiert, der „Misstöne und Herumgezicke“ rund um den Verein anprangerte. Zudem stellte er fest: „Wir bekommen gerade leistungsgerecht das, wofür wir Geld ausgegeben haben.“
Der (K)Riesen-Report Ludwigsburg! Nächster Bundesliga-Trainer vor dem Aus
Und das ist für nicht gerade viel: Im Pokal flogen die Riesen (Etat: 5,5 Mio. Euro) schon im Achtelfinale gegen den späteren Sieger Syntainics MBC raus. Die internationale Reise im Fiba Europe Cup endete im Viertelfinale enttäuschend gegen Dijon.
In der BBL haben die Riesen in zehn der letzten elf Jahre die Play-offs erreicht. Doch gegen die notorisch auswärtsschwachen Oldenburger setzte es ein 66:79 – wettbewersübergreifend die fünfte Pleite in Serie und nicht mal die Teilnahme an der „Hoffnungsrunde“ (Play-Ins) ist derzeit noch sicher.
Die Gründe sind vielschichtig: Auch wegen immer neuer Verletzungen standen in Ludwigsburg diese Saison schon 27 (!) Spieler unter Vertrag. Die Folge: keine Konstanz und fehlende Abstimmung. Das extrem aggressive Defensiv-Konzept von Patrick funktioniert zwar nach wie vor – dafür haben die Riesen laut Statistik die schlechteste Offensive der Liga – sogar noch hinter dem nicht konkurrenzfähigen Schlusslicht BG Göttingen!
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Das alles ist ganz gewiss nicht das, was sich Boss Alexander Reil (56) erhoffte, als er Patrick letzten Sommer nach zwei Jahren in Japan zurück in die Barockstadt lotste …
Mittlerweile ist es offenbar zum Bruch zwischen Patrick und dem mächtigen Macher gekommen.
In der Kreiszeitung sagte Patrick: „Ich wäre gerne selbst Sportdirektor, so wie ich das auch früher hier gemacht habe.“ Und beklagte sich, dass ein von ihm bevorzugter Scout nicht mehr vom Klub bezahlt werde. Reil nannte solche Aussagen am Rande der Oldenburg-Pleite einen „hohen Vertrauensbruch“. Patrick wiederum plauderte aus, dass er während der Saison ein Angebot aus Japan abgesagt habe, weil er ja einen Zweijahresvertrag in Ludwigsburg habe …
Bis der Beirat entschieden hat, will sich Reil in der Sache nicht mehr äußern. Fakt ist: Die Zeit drängt, denn schon am Freitag müssen die Riesen beim Tabellen-Sechsten Rasta Vechta (20 Uhr/live bei Dyn/Anzeige) antreten.


