
Der Erfolg gegen den Meister ist der nächste Höhepunkt einer schon jetzt historischen Saison.
Nottingham, Sieger im Europapokal der Landesmeister 1979 und 1980, stieg nach 23 Jahren zweiter Liga erst vor zweieinhalb Jahren wieder in die Premier League auf. Jetzt winkt als Tabellen-Dritter die Champions League. Neben City verloren diese Saison auch Liverpool, Tottenham oder Man United gegen die „Reds“.
Mit 111 km/h: Muheim-Sensationstor aus 28 Metern
Mit George Syrianos (35) steckt ein Deutscher hinter dem Erfolg. Der gebürtige Starnberger ist Technischer Direktor und enger Mitarbeiter des griechischen Milliardärs und Klub-Besitzers Evangelos Marinakis (57).
„Ich würde sagen, es ist schwerer, sich über Monate an der Tabellenspitze der Premier League zu halten, als einfach nur hochzukommen“, sagt Syrianos stolz: „Hochkommen kann man mit einem Lauf, oben bleiben erfordert Konstanz, mentale Stärke und Anpassungsfähigkeit.“
Die Schlüssel zum Erfolg: Die Mannschaft von Nuno Espírito Santo (51) überlässt dem Gegner meist den Ball (weniger als 40 Prozent Ballbesitz in der gesamten Saison), gewann schon zehnmal zu null. Entscheidend dafür ist u. a. Innenverteidiger Murillo (22), für den sich im Winter Chelsea interessierte – und abblitzte.
Denn Nottingham hat mehr vor. Die Rückkehr nach Europa soll für Marinakis nur ein Zwischenschritt sein auf dem Weg zum Ziel, nämlich den Klub dauerhaft unter Europas Top-Klubs zu etablieren. Dafür gab der Verein seit dem Aufstieg 2022 rund 430 Mio. Euro für Transfers aus.
Viele davon sitzen, weil Syrianos nicht nur in Top-Ligen, sondern Zweitmärkten wie Brasilien sucht. Oder Spieler findet, die es sich und anderen nach einem Karriere-Holperer beweisen wollen. Das gilt zum Beispiel für Torjäger Chris Wood (33/18 Saisontore) oder Ex-Leverkusen-Leihspieler Hudson-Odoi (fünf Tore), den Syrianos für nur drei Mio. Euro Sockel-Ablöse von Chelsea holte.

Nach vier Jahren als Chefanalystiker in Stuttgart kam George Syrianos (35) 2021 nach Nottingham
Den letzten Härtetest bestand das Team nach dem schockierenden 0:5 in Bournemouth – auf den ein 7:0 gegen Brighton folgte. Syrianos: „Nach so einem Rückschlag ein klares Statement zu setzen, zeigt den Charakter der Mannschaft. Das war extrem wichtig, nicht nur für die Tabelle, sondern vor allem für das Selbstvertrauen.“
Gut für die Königsklassen-Hoffnung: Dank des englischen Uefa-Koeffizienten reicht sehr wahrscheinlich auch Tabellenplatz fünf für einen Startplatz. Auf den hat Nottingham aktuell vier Punkte Vorsprung.



