
Exakt eine Woche nach der Heimpleite in der Basketball-Champions-League gegen AEK Athen verpassen die Würzburg Baskets die Revanche und verlieren auf ganz bittere Weise in Griechenlands Hauptstadt 77:84.
Was war denn da los?: Barbara Schöneberger knutscht Annemarie Carpendale
Im vierten Spiel in der Gruppenphase der „Runde der letzten 16“ ist es für den BBL-Klub die zweite Niederlage. Die ersten beiden der Vierergruppe kommen weiter, Würzburg hat es weiter selbst in der Hand.
Und auch der Sieg bei den so heimstarken Athenern ist zum Greifen nah! Die Griechen kassierten lediglich zwei Heim-Niederlagen in 15 Pflichtspielen in dieser Saison. Würzburgs Ligarivale Ulm kam in der Champions-League-Vorrunde mit 65:96 übel unter die Räder.
Die Baskets aber sind direkt voll da, vom Respekt der vergangenen Woche nichts mehr zu sehen. 17:7 heißt es aus Gäste-Sicht nach fünf Minuten. Bei 19:8 nimmt AEK-Trainer Dragan Sakota genervt die erste Auszeit, findet deutliche Worte.
Richtig stark: Würzburgs Spiel von draußen sieben Dreier landen im Ziel (bei elf Versuchen). Herausragend im Auftaktviertel: Jhivvan Jackson (13 Punkte, 3 von 4 Dreiern), Zac Seljaas (7) und Davion Mintz (7).

Seljaas im Gespräch mit Trainer Filipovski
Dyn-Kommentator Chris Schmidt begeistert: „Ich hab‘s euch gesagt, heute kommt die Performance, die wir von Zac Seljaas gewohnt sind. Mister Vokuhila hat das Hinspiel ein Stück weit auf seine Schulter genommen.“ Da hatte der US-Boy zwar sieben Rebounds geliefert, aber keinen einzigen Punkt erzielt.
34:19 nach zehn Minuten – was für ein Auftakt bei der Heim-Macht. Die schlägt zurück, verkürzt bis zur Pause auf minus neun (39:48).

Völlig aus dem Häuschen: Die Fans von AEK Athen beim Duell gegen Würzburg
Obwohl die Arena nicht ausverkauft ist, wird’s mit zunehmender Spieldauer richtig hitzig. Vor dem letzten Abschnitt ist Würzburgs Vorsprung auf plus sechs geschmolzen (59:65). Schmidt: „Die Athener Fans sind – wie soll ich sagen – von der Zündschnur her sehr kurz gewickelt.“
Basketball-Champions-League:
Würzburg verspielt 15-Punkte-Führung in Athen
Und auch die AEK-Profis. In den Anfangsminuten des Schlussabschnitts kracht es richtig: Seljaas tanzt seine Gegner aus, kriegt von Gegenspieler Skordilis voll eine auf die Zwölf, trifft trotzdem noch. Filipovski nimmt die Challenge, die Schiris entscheiden auf unsportliches Foul, Freiwurf und Ballbesitz Würzburg. Die Aufholjagd der Athener ist erstmal gestoppt.
Dennoch drohen die Würzburger nach so starker Vorstellung doch noch leer auszugehen. Wie bitter wäre das! Fünf Minuten vor Schluss ist der Vorsprung auf zwei Zähler zusammengeschrumpft. Bringen es Zeljaas, Jackson & Co. noch irgendwie über die Zeit?
Nein! 3:42 Minuten vor Ende ist es passiert, AEK holt sich erstmals die Führung (76:75) und lässt sich diese nicht mehr nehmen. Dabei hatte Würzburg (beste Werfer Zeljaas (19) und Jackson(23)) Mitte des dritten Viertels schon mit 15 (!) Punkten geführt.
Jetzt gilt es im nächsten Griechen-Duell zu Hause gegen Patras (4. mit 0 Punkten) in einer Woche (19.3.) Platz zwei in der Gruppe zu sichern, bevor es zum Abschluss nach Italien geht, wo man ein Endspiel bei Tortona verhindern will.


