
Selke kommt nun auf 13 Zweitliga-Treffer, spielt seine beste Saison als Profi. Doch nach wie vor hat der Angreifer kein schriftliches Angebot für eine Vertragsverlängerung vom HSV vorliegen. Dabei besteht die Gefahr, dass er im Sommer ablösefrei gehen kann, wenn der Klub nicht aufsteigt – oder Selke angeblich nicht auf 25 Startelf-Einsätze kommt.
Bisher gab es lediglich Sondierungsgespräche. HSV-Vorstand Stefan Kuntz (62) spricht von einem guten Austausch mit der Selke-Seite. Doch SPORT BILD weiß: Eine schnelle Entscheidung in diesem Monat oder Anfang März wird es nach aktuellem Stand nicht geben. Wegen Selkes Forderungen. Und weil unklar ist, ob der HSV aufsteigt.
Dabei will Selke gerne beim HSV bleiben. Aus sechs Gründen:
► Sportlich läuft es top für ihn, erstmals traf er in einer Erst- oder Zweitliga-Serie öfter als zehnmal.
► Eine derartige Wertschätzung beim Trainer- und Betreuer-Team sowie in der Mannschaft bekam er bei seinen vorherigen Stationen Bremen, Leipzig, Hertha BSC, Köln nicht.
► Nach anfänglichen Schwierigkeiten wird er von den HSV-Fans geliebt.
► Seine Familie fühlt sich in Hamburg sehr wohl.
► Die Strahlkraft des zweimaligen Europapokal-Siegers ist immens.
► Die gute Perspektive des HSV, sich nach dem erhofften Aufstieg in der Bundesliga zu etablieren.
Allerdings hat Selke seine Vorstellungen. Er will einen Dreijahresvertrag. Dazu das wirtschaftliche Risiko künftig minimieren. Beim HSV besitzt er einen stark leistungsbezogenen Kontrakt. Nur über hohe Bonuszahlungen (Punkt-Einsatz-Prämie plus Auflaufprämie) kann Selke so viel verdienen wie zuvor in Köln: zwischen 800 000 und einer Million Euro.
Fashion Week im Berghain: Model präsentiert neues DFB-Trikot
Grundsätzlich muss sich Selke keine Zukunftssorgen machen. Andere Vereine bekommen mit, welch wichtige Rolle er beim HSV eingenommen hat. Dafür spricht, dass Selke nur 13 Tage nach seinem erlittenen Jochbogenbruch im Spiel bei Hertha BSC (3:2) sein Comeback gab.
„Davie ist für seinen Willen und seine Widerstandsfähigkeit bekannt und hat das gegen Münster unabhängig von seinen Toren mal wieder unter Beweis gestellt“, sagt Fußball-Direktor Claus Costa (40).
Auch dank Selkes Masken-Geheimnisses. Der Gesichtsschutz wurde im Hamburger UKE angefertigt. Nach einem Gips-Abdruck seines Gesichtes wurde die Maske aus Carbon gebacken. Allerdings musste sie danach zweimal angepasst werden, weil sich Selke mit dem Ursprungs-Modell nicht wohlfühlte, seine Sehfähigkeit ein wenig eingeschränkt war und er im Nasen-Kiefer-Bereich schwitzte. Die Experten frästen rund drei Millimeter der Carbonmaske ab, am Dienstag vor einer Woche bekam Selke seinen neuen Gesichtsschutz – drei Tage später schoss er den HSV dem Ziel Aufstieg ein weiteres Stück näher.

