
Sie ließen ihrer Wut und ihrem Frust freien Lauf. Und sorgten Mitte November des vergangenen Jahres mit einer Protestaktion für Aufsehen im Sport in Ost-Europa.
Dafür wurden die Spielerinnen des ungarischen Handball-Erstligisten Mosonmagyaróvári KC jetzt hart vom eigenen Verband zur Rechenschaft gezogen.
Ungarische Handballerinnen 21 Mal bestraft
Passiert war es bereits am 13. November bei der Erstliga-Partie Mosonmagyaróvári KC gegen DVSC Schaeffler Debrecen (29:31). Die Spielerinnen von Mosonmagyaróvári, im Europapokal übrigens Gegner des deutschen Vertreters HSG Blomberg-Lippe, quittierten beim Anwurf den Dienst, drehten den Gegnerinnen den Rücken zu und ließen den Gast auf der Platte bei zwei Angriffen widerstandslos gewähren.
Die Strafen dafür sind hart: Die Startformation, Chef-Trainer Janos Gyurka und Co-Trainer Ferenc Stranigg wurden bis 10. Februar gesperrt, der Ausschluss greift nur in nationalen Wettbewerben. Geldstrafen gab es obendrauf.
Acht Spielerinnen auf der Bank, zwei weitere Klub-Offizielle bekamen ebenfalls Sanktionen, eine Jugendspielerin wurde schriftlich vom Verband ermahnt. Die Geldstrafen liegen zwischen 100.000 und einer Million ungarischen Forint, umgerechnet also zwischen 242 und 2419 Euro. Der Verein Mosonmagyaróvári KC wurde zu einer Geldstrafe von einer Million Forint (2419 Euro) verurteilt. Für drei Heimspiele bekamen die Fans Hausverbot in der Halle.
Grund der Widerstandslos-Aktion: In den Tagen vor der Partie war das Klub-Präsidium um Guntram Thurnher, gleichzeitig war er Geschäftsführer der Träger-GmbH, zurückgetreten. Fans und Mannschaft protestierten scharf.
Zu scharf – was die zumindest die Spielerinnen anging. Denn der ungarische Verband sprach vergangene Woche die Strafen aus. Da half auch eine Entschuldigung der Spielführerin Eszter Toth via Facebook nicht mehr.
„Wir, die Spielerinnen der Handballmannschaft von Mosonmagyaróvár, möchten unser aufrichtiges Bedauern über den Vorfall am 13. November 2024 im Meisterschaftsspiel gegen Debrecen zum Ausdruck bringen“, schrieb Toth.
„Unsere Entscheidung und Aktion in den ersten zwei Minuten des Spiels, die aus dem Affekt heraus getroffen wurden, waren unangemessen, und wir bedauern zutiefst, dass wir versucht haben, unsere ausweglose Situation auf diese Weise zum Ausdruck zu bringen.“



