
1954 gab es bei der Fußball-Weltmeisterschaft das „Wunder von Bern“. Die DFB-Auswahl holte mit einem 3:2-Sieg gegen Ungarn den Titel, Deutschland war wieder wer.
Über 70 Jahre später schickt sich ein Traditions-Klub aus der 2. Handball-Bundesliga an, das nächste Wunder zu vollbringen.
Das Handball-Märchen Hüttenberg
Rückblick in den Herbst 2023. Der TV Hüttenberg aus Mittelhessen kämpfte um das finanzielle Überleben. Mehrere Umstände sorgten für ein Loch von knapp 480.000 Euro. Es wurde eine Crowdfunding-Aktion initiiert, die am Ende mit für die Rettung des Klubs sorgte.
„Wir sind überwältigt von den Solidaritätsbekundungen, die wir in den aus allen Richtungen erhalten haben“, freute sich damals Hüttenbergs Geschäftsführer Timm Schneider. Der Ex-Profi (früher u.a. bei der MT Melsungen) weiter: „Wir möchten uns bereits jetzt bei allen bedanken, die uns auf vielfältige Weise unterstützt und so dazu beigetragen haben, dass es beim TVH weitergehen kann.“
Über ein Jahr später zeigen die Hüttenberger, dass sie sich weiterhin prima gegen alle Widerstände wehren. Sie stellen mit 459 Gegentoren die beste Abwehr der 2. Liga, haben als Tabellenvierter einen Punkt Rückstand auf Platz 1 und sind punktgleich mit dem Zweiten GWD Minden.
Die Krönung dieses Handball-Märchens: vor einem Jahr fast pleite, jetzt wird der TV Hüttenberg vorsichtshalber auch einen Lizenzantrag für die Daikin Handball-Bundesliga einreichen.
Bei den Heimspielen der Mittelhessen freut sich das skurillste Maskottchen des deutschen Handballs mit: Rollo, der Handkäse. Hintergrund: In Hüttenberg sind drei der vier führenden Handkäseproduzenten Hessens verankert.
Hüttenberg ist übrigens ein Parade-Beispiel für die unheimliche Dichte in der 2. Liga, in der gefühlt die Hälfte aller Teilnehmer um den Aufstieg mitspielt. „Diese Liga ist überragend für Handball-Fans und an Spannung kaum zu toppen“, sagt Mindens Geschäftsführer Nils Torbrügge.
Brutales Lemgo-EndeDiese Fußspitze entscheidet das Spiel!

