
Alba Berlin kassiert gegen Maccabi Tel Aviv die zehnte Niederlage im zwölften Euroleague-Spiel, verliert 85:103. Doch das Sportliche interessiert besonders vor dem Hochrisiko-Spiel wenig.
Aufgrund der politischen Brisanz rund um den Nahost-Konflikt wird das Duell zur logistischen Meisterleistung der Berliner Polizei. Mit einer sogenannten Allgemeinverfügung wappnet sich die Hauptstadt gegen Gewalt-Attacken von Israel-Hassern.
1500 Beamte, Sperrzonen und scharfe Kontrollen sollen verhindern, dass Gewalt von der Straße in die Uber Arena schwappt. Eine Stadt im Ausnahmezustand – damit der Sport im Mittelpunkt bleibt!
Hintergrund: Gewaltszenen wie Anfang November in Amsterdam dürfen sich nicht wiederholen! Dort war es nach dem Fußball-Champions-League-Spiel Ajax Amsterdam gegen Maccabi Haifa zu brutalen Übergriffen gekommen. Ein pro-palästinensischer Mob jagte israelische Fans durch die Straßen – Bilder, die Berlin um jeden Preis verhindern will.
Das Team von Maccabi Tel Aviv wird unter strengem Polizeischutz in die Uber Arena eskortiert, kommt um 18.21 Uhr an.
Zum Spiel: Alba mit einer extrem schwachen Anfangsphase. Nach den ersten fünf Minuten liegen die Berliner 2:16 zurück. Die Jungs von Trainer Israel González (49) wirken schläfrig, machen zu viele Fehler, verteilen Geschenke an die Gäste aus Tel Aviv. Nach dem ersten Viertel steht es 16:32.
Frischen Wind bringt der neue Alba-Center David McCormack (25) ins Spiel. Erst am Montag absolvierte der US-Amerikaner erfolgreich den Medizin-Check, stieg sofort ins Training ein und glänzt nun direkt mit sieben Punkten. Der Neuzugang ist damit Berlins Topscorer nach den ersten beiden Vierteln.
Irre Halbzeit-ChallengeKinder-Spiel eskaliert gewaltig!
Insgesamt findet Berlin deutlich besser in den zweiten Abschnitt, kämpft sich zwischenzeitlich auf 6 Punkte ran (30:36). In die Halbzeitpause geht es trotzdem mit einem 36:52. Alba braucht eine Aufholjagd.
Mitte des dritten Viertels versenkt Jonas Mattisseck den allerersten Dreier für die Berliner zum 48:60.
Kurz vor Schluss des dritten Viertels werden zwei Männer mit Palästinenser-Tüchern und zwei Männer, die mehrfach „Free Palastine“ rufen, vom Security-Personal aus der Halle geworfen.
Nach 30 Minuten liegt Alba 56:77 zurück.
Im letzten Viertel fehlt es beiden Mannschaften an Konzentration. Die Folge: zahlreiche Patzer in der Defense. Alba kommt nicht mehr in Sichtweite ran, muss sich 85:103 geschlagen geben. Die mitgereisten Maccabi-Fans feiern mit ihren Israel-Fahnen. Ein überwiegend friedlicher Abend endet für sie positiv. Alba bleibt auf dem letzten Tabellenplatz.

Freude pur bei den Maccabi-Fans: Sie schlagen Alba Berlin deutlich
Die Berliner haben die nächste Chance auf ein Erfolgserlebnis am Sonntag (15 Uhr/Dyn live) in der Liga gegen Ludwigsburg.

