
Der 1. FC Köln hat die Wende geschafft. Drei Siege in Serie, drei Punkte Rückstand auf Platz zwei, der Aufstieg ist wieder in Sichtweite. Für den Sportchef Christian Keller (45) kommt der Aufschwung womöglich dennoch zu spät. Nach Informationen von SPORT BILD läuft dessen Vertrag viel früher aus als bisher angenommen!
Der Kölner Vorstand um Präsident Werner Wolf (68) hatte den Kontrakt mit Keller 2023 heimlich verlängert. Die Mitglieder und Fans wurden darüber nicht informiert. Die Laufzeit hat der Verein auch in diesem Jahr, als die Verlängerung öffentlich wurde, nicht genannt.
„Nicht mehr die ganz große Tröte…“ Neue Kritik an HSV-Trainer Baumgart
Spekuliert wurde, dass Keller bis 2026 unterschrieben habe. Nach Informationen von SPORT BILD endet sein Vertrag aber schon am 28. Februar 2025. Also in rund drei Monaten!
Auf konkrete Nachfragen dazu erklärt Präsident Wolf: „Die Vertragslaufzeiten der Geschäftsführer des 1. FC Köln GmbH und Co. KGaA unterliegen der Verschwiegenheitspflicht.“ Ende. Bei Kellers Vorgängern wurden die Laufzeiten übrigens noch genannt.
Dass Keller seine Verträge kurzfristig anlegt, überrascht nicht. Als er im April 2022 beim FC anfing, hat er sich nur bis 2024 an den Verein gebunden. 2023 die Verlängerung bis 2025. In zweieinhalb Jahren unter Keller rauschte Köln von Platz sieben in der Bundesliga und der Teilnahme am internationalen Geschäft ins Mittelfeld der zweiten Liga ab. Derzeit Platz sieben.
Das stellt den Vorstand vor große Probleme. Die Bosse können den Vertrag wegen der seit Kellers Amtsantritt anhaltenden Talfahrt aktuell eigentlich nicht noch einmal verlängern. Werfen sie ihn vorzeitig raus, müssten auch sie zurücktreten, weil sie sich dem Weg von Keller derart unreflektiert unterworfen haben.
Köln-Präsident hofft auf weitere Siege – um mit Keller zu verlängern

Sportchef Keller (l.) hat trotz des Abstiegs die volle Rückendung von Köln-Präsident Wolf
Lassen sie ihn vorerst im Amt und hoffen auf weitere Siege, um dann aus einer sportlichen Stärke verlängern zu können, riskieren sie weiteren Schaden für den Klub. Grund: Keller würde im Januar, nach Ablauf der Transfersperre für zwei Wechsel-Perioden, neue Spieler verpflichten. Die meisten seiner Zugänge haben aber die Erwartungen nicht erfüllen können.
Zudem ist Kellers Idee vom Pressing-Fußball als spielerische Leitlinie des Vereins eine Gefahr. Unter dem Druck dieser Vorgabe hielt der aktuelle Trainer Gerhard Struber (47) am Manager-Diktat fest, bis er kurz vor dem Rauswurf stand. Dann änderte er das System, um seinen Job zu retten. Mit Dreierkette und mehr Absicherung gab es drei Siege in Folge ohne Gegentor.
Gut möglich, dass Kellers Attacke-Verordnung nach dem 28. Februar aufgehoben wird – wenn der Sportchef weg ist.
