
„Es liegt offenbar ein Fluch auf uns. Wir sollten am Sonntag vielleicht mal alle gemeinsam in die Kirche gehen und beten. Es ist verrückt und ich kann es nicht mehr erklären.“
Sagte Kapitän Martin Hermannsson (30), nachdem seine angeschlagenen Albatrosse mit dem allerletzten Aufgebot Ulm, den Tabellenführer der Easycredit Basketball-Bundesliga, mit 96:88 (47:44) niedergerungen hatten.
Aus der eigenen HälfteDIESER Wurf gehört in jede Highlight-Show
Ohne die sechs Leistungsträger Malte Delow (Knöchel), Matt Thomas (Knie), Yanni Wetzell (Daumen), Matteo Spagnolo (krank), Justin Bean (Handgelenk-OP) und Khalifa Koumadje (suspendiert) hatten die Berliner in einem sehr physischen Duell dagegen gehalten, gekämpft bis zum Umfallen.

Alba-Kapitän Martin Hermannsson mit seinen Teamkollegen nach dem Spiel
Sichtlich aufgewühlt sprach Hermannsson danach über das Spiel. Einerseits erleichtert und glücklich. Andererseits frustriert, weil er wusste, dass die Verletztenliste um einen prominenten Namen ergänzt werden dürfte – seinen eigenen!
Hermannsson: „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich keine Probleme hätte.“
„Der Sieg fühlt sich großartig an. Wir haben sehr viel Charakter gezeigt“, so Hermannsson nach dem Fight. „Aber die vielen Spielminuten, die Reisestrapazen, sie holen mich jetzt auch ein. Und ja, ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich keine Probleme hätte.“
Mehr wollte der Isländer nicht verraten. Das tat dann Trainer Israel Gonzalez: „Martin hat mit Schmerzen gegen Ulm gespielt. Es sieht so aus, als hätte er die gleichen Probleme wie letzte Saison mit der Achillessehne. Er geht jetzt zu den Ärzten. Dann sehen wir weiter. Ob eine Pause für ihn reicht? Da bin ich nicht sehr optimistisch.“

Albas Trainer Israel Gonzalez im Kreise seiner Spieler Will McDowell-White, Tim Schneider, Martin Hermannsson und Louis Olinde
Alba ohne Spielmacher Hermannsson wäre fatal. Der Isländer ist die Seele des Teams, der emotionale Anführer. Und nahezu unverzichtbar.
Gegen Ulm schaffte er ein Double-Double (elf Punkte, elf Assists), vor einer Woche gegen Bamberg stellte er mit 28 Punkten einen Karriere-Bestwert für die BBL auf, ein paar Tage zuvor bedeuteten die 24 Punkte gegen Anadolu Istanbul persönlichen Euroleague-Rekord.
„Wir werden sehen. Matteo, Malte, Yanni kommen bald zurück. Es ist ein Kommen und Gehen“, so der Isländer, der nach dem Erfolg gegen Ulm nicht zu viel über seine Verletzung preisgeben wollte.
Denn der Spielplan kennt kein Erbarmen. Drei harte Spiele stehen auf dem Programm: Dienstag Euroleague gegen Mailand, Donnerstag Euroleage bei den Bayern. Und Sonntag zum Wochenausklang noch ein bisschen Bundesliga in Vechta …[–>

