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Erneut wurde nach der vermissten Maddie McCann gesucht. Ex-Ermittler Amaral kritisiert das Vorgehen der deutschen Ermittler bei der Suchaktion nach neuen Hinweisen.

Praia da Luz – Noch immer ist der Vermisstenfall der damals dreijährigen  Maddie McCann  ungelöst. Sie verschwand am 3. Mai 2007 spurlos aus ihrem Bett in einer  Ferienanlage  im portugiesischen Urlaubsort  Praia da Luz . Seitdem fehlt von dem britischen Mädchen jede Spur – doch 18 Jahre später geht die Suche weiter.

Inzwischen sind deutsche Behörden involviert, da der deutsche Christian B., der aktuell wegen der  Vergewaltigung  einer Frau in Praia da Luz im Gefängnis in Braunschweig sitzt, unter Verdacht steht. Die Polizei in Deutschland geht einem Bericht zufolge davon aus, dass Maddie  entführt  wurde und mutmaßlich nicht mehr lebt. Eine Anklage gegen ihn im Vermisstenfall Maddie McCann gibt es nicht – eine neue Suchaktion mit neuen Methoden sollte Hinweise liefern. Derweil gilt weiter die  Unschuldsvermutung .

„Noch nie so schlechte Arbeit gesehen“: Portugiesischer Ex-Polizist kritisiert deutsche Ermittler

Der portugiesische  Ex-Polizist  Goncalo Amaral meldet sich zu Wort und übt Kritik an den deutschen Kollegen. Er selbst ermittelte im Jahr 2007 einige Monate in dem Vermisstenfall. „Ich habe noch nie so schlechte Arbeit gesehen wie von der deutschen Polizei“, sagte er der norwegischen Zeitung Dagbladet. Eine Suchaktion in dieser Größenordnung sei nicht notwendig. „Ein Flugzeug mit  Bodenradar  hätte ausgereicht und das Suchgebiet verkleinert“, so Amaral weiter. Das Gebiet sei von seinen ehemaligen Kollegen und ihm bereits durchsucht worden – „es ist nichts Neues.”

Bei der  Suche  nach neuen Hinweisen im Fall Maddie McCann wurden  Grabungen  vorgenommen. © picture alliance/dpa/PA Wire | James Manning

Nur eine „Show“: Ex-Ermittler im Vermisstenfall Maddie äußert komplett anderen Verdacht

Laut Amaral dienen die Untersuchungen zur Ablenkung „vom eigentlichen Thema“, es handle sich nur um eine „Show“ der Ermittler. Bei verschwundenen Kindern müsse die Polizei „Personen, die ihnen gegenüber eine  Fürsorgepflicht  haben“ genauer betrachten, so der Ex-Polizist gegenüber der norwegischen Zeitung Dagbladet. Das seien häufig die Hauptverdächtigen und Täter. Damit nennt der Ex-Ermittler zwar keine konkreten Namen, doch könnten damit möglicherweise die Eltern  Kate  und  Gerry McCann  gemeint sein.

Bereits kurz nach Maddies Verschwinden legte sich Amaral auf ihre Eltern als  Tatverdächtige  fest – sichtbare Beweise lieferte er nicht, so RTL. Er warf damals seinen britischen Kollegen jedoch vor, Partei für Kate und Gerry McCann zu ergreifen. Diese waren im September 2007 als Verdächtige befragt worden. Im Oktober desselben Jahres wurde Amaral aus dem Polizeidienst entlassen. Die Ermittlungen gegenüber dem Ehepaar McCann wurden später eingestellt. Im Jahr 2008 veröffentlichte Amaral ein  Buch , in dem er seine Perspektive darlegte und beschuldigte die Eltern, in irgendeiner Weise am Verschwinden ihrer Tochter involviert zu sein.

Suchaktion nach 18 Jahren: Neue Methoden sollen Hinweise auf Maddie-Entführer geben

Die Suchaktion habe vor allem einem Zweck gedient: Ermittler haben auf neue Spuren gehofft – wie etwa „ Haare ,  Blut ,  Hautzellen ,  Speichel  oder  Sperma “, so der Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke. Auch nach 18 Jahren könnten noch verwertbare  DNA-Hinweise  gefunden werden.

Inzwischen gebe es auch neue Technologien, die neue Hinweise liefern können. Gleichzeitig sagt Benecke: „Es gibt viele Techniken, die nicht immer nagelneu sind, aber jetzt erst erschwinglich.” Zudem könne ein  Bodenradar  erkennen, ob Erde bewegt wurde. „Manchmal ist das ein Hinweis auf ein Grab, weil beim Schaufeln eines Grabes immer Erde bewegt wird“, so der Experte.

Ob bei der erneuten Suchaktion im Fall Maddie tatsächlich neue Hinweise entdeckt wurden, darüber schweigen die Behörden bislang. Laut Correio da Manhã wurde am Mittwoch, dem 4. Juni, eine Kiste aus den Überresten eines Hauses geborgen. Was sich darin befindet, ist bisher nicht bekannt. (hk)



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