Kanzler Friedrich Merz will die Ausgaben im Sozial- und Kommunalbereich überprüfen. Fördermittel sollen entbürokratisiert, aber gezielter vergeben werden. Kommunen verzeichnen derzeit ein Defizit von 25 Milliarden Euro.

Kanzler  Friedrich Merz  kündigt eine kritische Überprüfung der  Fördermittel  im Sozial- und Kommunalbereich an. „Wir werden eine umfassende Ausgabenüberprüfung vornehmen müssen auch im Sozialrecht“, sagte der CDU-Vorsitzende beim Kommunalkongress des Deutschen Städte- und Gemeindebunds in Berlin. Dass es etwa über Jahre hinweg jährliche Steigerungsraten von bis zu  zehn Prozent  bei der  Jugendhilfe  oder der  Eingliederungshilfe  gebe, „ist so nicht länger akzeptabel“.

Es müsse nach Wegen gesucht werden, „wie den zu Recht Bedürftigen genauso Rechnung getragen wird wie der  Leistungsfähigkeit  der öffentlichen Haushalte“, kündigte Merz an. Hier stünden intensive Beratungen bevor, sagte er offensichtlich auch mit Blick auf den Koalitionspartner  SPD .

Kommunen mit 25 Milliarden Euro Defizit

Der Präsident des Deutschen  Städtetags , Leipzigs Oberbürgermeister  Burkhard Jung  (SPD), hatte das Defizit der Kommunen kürzlich deutschlandweit auf  25 Milliarden Euro  beziffert und eine  rasche Umsetzung  des 500 Milliarden Euro schweren Sondervermögens für Investitionen in  Infrastruktur  gefordert. Am Donnerstag will die Ministerpräsidentenkonferenz auch über neue  Finanzierungsinstrumente  für Bund und Länder beraten.

Merz sicherte den Städten und Gemeinden zu, der Bund werde Fördermittel wesentlich  bürokratieärmer  zuweisen – vor dem Hintergrund, dass man  vor Ort  besser entscheiden könne, welche konkreten Projekte gefördert werden sollten. Man werde aber gemeinsam kritisch zu prüfen haben, in welchem Umfang noch Fördermittel zur Verfügung gestellt werden könnten. „Wenn alles gleichzeitig gefördert wird, dann ist es fast so, als wenn nichts gefördert wird.“ Fördermittel müssten dort ansetzen, wo es für Bürger einen  erkennbaren Mehrwert  gebe.

Der Kanzler bot Städten, Gemeinden und Landkreisen eine neue Form der Zusammenarbeit mit dem Bund an. „Wir wissen, dass große Teile der Probleme unseres Landes Ihre Probleme sind. Wir wissen aber auch, dass viele Lösungen der Probleme unseres Landes nur mit Ihnen zusammen möglich sind.“

Nötig seien  Investitionen  in bestehende Infrastruktur, die dringend repariert werden müsse. Gebraucht würden aber auch Investitionen in neue Infrastruktur und moderne  Technologien ,  Wohnquartiere ,  Digitalisierung  oder  Ladesäulen  und  E-Busse . „Wir lassen Sie mit diesen Aufgaben nicht allein“, versicherte Merz.

dpa/coh

Friedrich Merz, the Chancellor of Germany, is putting a spotlight on the pressing issues of financial management in social and municipal sectors. His recent announcement at the Kommunalkongress in Berlin indicates a critical need for a comprehensive audit of expenditures in these sectors. This reform aims to address the unsustainable rise in costs, particularly in areas like youth assistance and integration aid, where increases of up to ten percent annually have become commonplace. Such financial trends are deemed "no longer acceptable," according to Merz.

As the municipalities currently grapple with a staggering deficit of 25 billion euros, the urgency for rapid financial reform has never been more apparent. Burkhard Jung, President of the German Association of Cities and Mayor of Leipzig, recently emphasized the necessity of a swift implementation of a special fund worth 500 billion euros aimed at infrastructural investments. The upcoming discussions in the Minister-Presidents’ Conference will further highlight new financial instruments that could benefit both federal and state levels.

In a significant move, Merz assured local authorities that the process of allocating funding would soon be significantly less bureaucratic. This change acknowledges the fact that local governments often have a clearer understanding of which projects require funding. He described a scenario in which indiscriminate funding could render all initiatives ineffective. Instead, the focus should be on creating programs that deliver an evident benefit to citizens.

Merz’s appeal for collaboration with local governments underlines a broader awareness that many of the country’s challenges are intertwined with those faced by municipalities. He has called for both repairs to existing infrastructure and investments in new technologies designed for future needs, such as digitalization, residential communities, and electric vehicles.

His administration emphasizes that they will not leave municipalities to navigate these challenging waters alone. This cooperation is pivotal, and the Chancellor’s commitment to support local authorities could potentially alleviate some of the financial burdens they currently face.

Through this critical analysis of funding and support, Merz aims to pave the way for a more sustainable and effective approach to communal financing, ensuring that real solutions are not just planned but executed in collaboration with those most affected. The results of these initiatives could very well set a new precedent for governance in Germany, leading to improved conditions for both citizens and local authorities alike.



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